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Frettchen

Frettchen

Mustela putorius furo

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Biologie:

Das Frettchen (Mustela putorius f. furo) stammt von dem Europäischen Iltis (Mustela putorius) - auch Gemeiner Iltis, Waldiltis oder einfach Iltis genannt - ab. Schon vor ca. 2500 Jahren begann die Zucht des Frettchens aus dem Iltis. Während er lange Zeit hauptsächlich zur Jagd eingesetzt wurde, hat er in den letzten Jahren seine Bedeutung als Heimtier und leider auch als Pelztier zugenommen.

Der Iltis ist in ganz Europa verbreitet und bewohnt offene Wiesen, Felder, Parks, Gärten und Feuchtgebiete. Er bevorzugt Waldränder und buschreiche Uferzonen an Gewässern als Lebensraum. Im Winter hält er sich häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen, in Scheunen, Speichern und Dachböden auf. Der Freilebende Iltis ernährt sich in der Regel von tierischer Beute wie Mäusen, Kaninchen, Kleinvögeln, Amphibien und Reptilien sowie Insekten. Es werden aber auch Beeren, Früchte und Aas aufgenommen.

Bis auf die dunkel Umrandung der Augen und der Nasenoberseite ist das Gesicht des Iltis hellgefärbt, wodurch die für die Tiere charakteristische Gesichtsmaske entsteht. Der Pelz schimmert dagegen zweifarbig, da die Grannenhaare bräunlich-schwarz und die dichte Unterwolle weiss bis gelblich gefärbt ist. Im Gegensatz zu den Frettchen ist der Iltis vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Den Tag verbringt er in geschützten Verstecken und Erdbauen.

Man unterscheidet in der Regel zwischen Frettchen und Iltisfrettchen. Frettchen sind Albinos mit roten Augen und weisser bis blassgelber Fellfarbe, auch fehlt ihnen die typische Gesichtsmaske des Iltis und sie sind in der Regel deutlich kleiner als die Wildform. Das Iltisfrettchen geht auf eine Kreuzung zwischen Frettchen und Wildiltis zurück und ähnelt daher in seiner Färbung stark dem Iltis. Darüber hinaus werden inzwischen verschiedene Farbvarianten und Farbschläge gezüchtet, u.a.:

  • Harlekin: Wie Iltisfrettchen, aber mit weissen Pfoten und weissem bis gelbem Bauchlatz, weisse Abzeichen an anderen Körperstellen möglich.
  • Zimt: Deckhaar grau, hellbraun oder rötlich, Unterwolle weiss bis hellgelb, Gesichsmaske schwach bis fehlend.
  • Schwarz: Deckhaar schwarz, Unterwolle sehr dunkel.
  • Pastell: Kastanienbraunes Deckhaar, elfenbeinfarbene Unterwolle.
  • Palomino: Hellbraunes bis rötliches Deckhaar, elfenbeifarbene Unterwolle, tiefschwarze Augen.
  • Starling silver: Deckhaar mit weissen Spitzen, helle Unterwolle.
  • Angora: Langhaarige Zuchtform.

Der Haarwechsel des Frettchens, bei dem sowohl Unterwolle als auch Grannenhaar gewechselt werden, findet zweimal im Jahr statt. Das Winterhaar ist dabei wesentlich dichter und länger als das das Sommerhaar. Bei Frettchen, die im Freien gehalten werden, ist der Haarwechsel wesentlich ausgeprägter.

Achtung:

Im Gegensatz zu den bereits besprochenen Kleinsäugern zählt das Frettchen zu den Raubtieren (Carnivora)!!!!!

Systematik der Wieselartigen:

Iltis und Frettchen werden zur Familie der Marder (Mustelidae) und der Unterfamilie der Marder- oder Wieselartigen (Mustelinae) gezählt. Charakteristisch für Marderartige sind der gedungene Körperbau und die kurzen Extremitäten. Marder sind vorwiegend Fleischfresser, obwohl es unter ihnen auch Alles- und Pflanzenfresser unter ihnen gibt. Zur Familie der Marderarrtigen gehören auch die Dachse, Stinktiere und Ottern. In der Unterfamilie Wieselartige (Mustelinae) finden wir neben der Gattung der Echten Marder (Martes) mit Baum- und Steinmarder auch die Gattung der Stinkmarder (Mustela) mit Wiesel, Iltis, Frettchen und Nerz.

Ordnung:

Raubtiere (Carnivora)

Unterordnung:

Landraubtiere (Fissipedia)

Familie:

Marder (Mustelidae)

Unterfamilie:

Echter Marder (Martes) mit Baummarder (M. martes), Steinmarder (M. foina), Buntmarder (M. flavigula), Fichtenmarder (M. americana), Fischmarder (M. pennanti), Zobel (M. zibellina)

Art:

Stinkmarder (Mustela) mit Iltis (M. putorius), Frettchen (M. putorius f. furo), Steppeniltis (M. everdmanni), Schwarzfußiltis (M. nigripes), Bandiltis oder Zorilla (Ictonyx striatus), Europäischer Nerz (M. lutreola), Nordamerikanischer Nerz (M. vison), Hermelin (M. erminae), Mauswiesel (M. nivalis).

Geschichtliches:

Schon bevor die Katze als Mäuse- und Rattenfänger eingesetzt wurde, war den Menschen der Iltis als geschickter Jäger von Kaninchen, Ratten und Mäusen bekannt. Man begann daher gezielt zu züchten, um sie in Gefangenschaft jederzeit zur Jagd verwenden zu können. Mit der Zeit entstand so das Frettchen.

Erste Erwähnung fanden Frettchen um 450 v. Chr. in der Komödie des Aristophanes. Aristoteles beschreibt sie im 4. Jahrhundert vor Christus als Tiere, die gerne Honig und Vögel fressen und bei der Jagd behilflich seien, und nennt sie “Ictis”. Der Römer Strabo berichtet um 70 v. Chr. über die Kaninchenjagd mit Frettchen in Nordafrika. Plinius (23-79 n.Chr.) berichtete, dass er zur Bekämpfung der Kaninchenplage einige “Viverrae” auf die Balearen bringen liess.

Im 13 Jahrhundert soll Dschingis Khan mit Frettchen gejagt haben. Seitdem wird das Frettchen immer wieder mit der Kaninchenjagd in Verbindung gebracht. 1390 n. Chr. wurde in England ein Gesetz erlassen, welches das Recht, Frettchen zu halten, regelte. Petrus de Crecentus beschreibt 1583 n. Chr. in Deutschlang die Kaninchenjagd mit dem “Furon”.

Nachdem Frettchen seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. aus dem spanischen oder marokanischen wilden Iltis zur Schlangen- und Nagerbekämpfung herangezüchtet worden sind, wurden sie auch als Ratten- und Mäusejäger in Haus und Hof eingesetzt. Zu Leonardo da Vinci´s Zeiten (Bild: Dame mit dem Hermelin) noch häufiger als Haustier gehalten, übertrumpfte die Katze das Frettchen bald an Beliebtheit, sodass dieses immer mehr in den Hintergrund trat und nur noch Jägern geläufig war.

Anatomie und Verhalten

Der Körper des Frettchens ist langgestreckt und muskulös. Die Beine sind kurz und stämmig. Die Pfoten (Branten) weisen jeweils fünf Zehen auf. Kräftige nicht zurückziehbare Krallen (4-6mm lang) ermöglichen es den Tieren zu graben. Der kräftige Hals geht ohne Übergang in den Kopf über. Dieser ist relativ kurz, rundlich und läuft nach vorne spitz zu. Die Augen und die Nase sind relativ klein, die kleinen Ohren sind rundlich bis leicht dreieckig und weisen die typischen Ohrtaschen auf. Da nur eine Zentralaterie im Halsbereich angelegt ist, kann der Kopf um 180 Grad gedreht werden. Der Schwanz (Rute) ist beharrt und läuft zum Ende hin spitz zu.

Frettchen zeigen ausgeprägte Geschlechtsunterschiede. Die Männchen sind deutlich grösser als die Weibchen. Nur bei säugenden Fähen sind die 3-5 Zitzenpaare zu erkennen.
Geschlechtsunterschied Frettchen

 

Männchen

Weibchen

Kopf- Rumpflänge

35-50 cm

30-40 cm

Schwanzlänge

13-19 cm

11-16 cm

Gewicht

1000 -> 2000g

500-1000g

Beim Männchen liegt die Geschlechtsöffnung etwa in Nabelhöhe am Bauch, bei der Fähe liegt die Vulva dicht vor dem Anus. In der Ranzzeit ist bei der Fähe die Vulva angeschwollen, beim Männchen liegen die Hoden im Hodensack.

Frettchen bewegen sich meist hüpfend oder im Galopp fort. Vorder- und Hinterfüsse werden dabei paarweise nebeneinander und fast genau ineinander aufgesetzt und der Rücken dabei stark gekrümmt.

Die Zahnformel des Frettchens lautet:

Frettchengebiss

Gebiss

3131

3132

Der Zahnwechsel wird im Alter von 61 -70 Tagen abgeschlossen

Ihre Lebenserwartung beträgt 5 -15 Jahre (Durchschnitt 8-12 Jahre). Die Sinnesorgane, v. a. Nase und Augen, sind gut ausgebildet. Jedoch fehlen dem Frettchen die Zapfen in der Netzhaut, so dass es keine Farben erkennen kann.

Der typische Wildgeruch entsteht vor allem durch das Sekret der kugelförmigen, erbsengrossen Analdrüsen neben dem After. Es wird besonders in der Ranzzeit durch Rutschen mit dem Hinterteil über den Boden abgesetzt und hierbei auch im eigenen Haar verteilt. Männchen haben einen viel stärkeren Wildgeruch als Weibchen. Weitere “Geruchsquellen” sind Talgdrüsen der Haut und Drüsen der Penisvorhaut. Alle Sekrete spielen bei der innerartlichen Kommunikation, dem Sexualverhalten und der Reviermarkierung eine grosse Rolle. Ihre Ausschüttung wird durch Geschlechtshormone gesteuert und kann daher durch eine Kastration lediglich deutlich verringert, aber nie ganz verhindert werden. Das Analdrüsensekret wird auch in Gefahren- und Stresssituationen reflexartig abgegeben und dient der Feindabwehr (Stinkmarder!). Eine Entfernung der Analdrüsen ist verboten! Die Schweissdrüsen sind nicht gut entwickelt, was die Tiere sehr anfällig für einen Hitzeschlag bei Temperaturen >32°C macht.

Verhalten::

Frettchen sind zwar sehr gesellig, aber keine Rudeltiere im eigentlichen Sinn. Sie jagen nicht im Team, haben am Futter keine spezielle Rangordnung und der Vaterrüde beteidigt sich nicht an der Aufzucht und Erziehung der Welpen.

Marderartige verfügen aufgrund anatomischer Besonderheiten der Kopfmuskulatur über keine Gesichtsmimik. Ihre “Körpersprache” setzt sich aus der Kombination kleiner und kleinster Anzeichen der Kopf- und Körperhaltung  und der Ohrstellung zusammen. Die “Bettvorlegerstellung”, ein langes Ausstrecken und flaches Liegen auf dem Boden, wobei das Kinn den Boden berührt und die Hintergliedmassen und der Schwanz nach hinten ausgestreckt sind, gilt als Beschwichtigungsgeste. Beim “Veittanz” werden verrückte Bocksprünge und ein Katzenbuckel gemacht, das Mäulchen weit aufgesperrt sowie der Kopf hin und her geschüttelt. Dies dient dem Abbau des Energieüberschusses und der Spielaufforderung. Eine weitere Spielaufforderung ist das Rückwärtslaufen mit Katzenbuckel, weit aufgesperrten Mäulchen und steil nach oben gerichteter Rute. Schwanzzucken beobachtet man in höchster Erregung oder angespannter Aufmerksamkeit. Fellsträuben deutet auf Angriffsbereitschaft oder Furcht sowie Fluchtbereitschaft hin.

Zu den Lautäußerungen zählen hohes, an Hühnergackern erinnerndes Muckern, welches gute Laune ausdrückt. Schnelles, hohes Keckern mit quietschenden Untertönen signalisiert höchstes Erschrecken oder Todesangst. Tiefes Goggern dient der Mitteilung. Fauchende Frettchen wollen ihre Ruhe. Der Angstschrei - ein markerschütterndes Quietschen - signalisiert höchstes Erschrecken oder Todesangst. Das Lautinventar lässt sich also in Gruppen aufgliedern.

  • Drohrufe mit aggressiver Bedeutung
  • Schrei- und Kreischlaute mit unterwürfigem Charakter
  • Goggern als Bettel-, Begrüßungs- und Beschwichtigungsäußerung.

Buddeln und Graben ist für die ursprünglichen Bewohner von Erdbauten zwingend notwendig. Um diesem Trieb nachzukommen, muss eine Buddelkiste angeboten werden. Auch Bunkern, d. h. das Einlagern von Futter, Nistmaterial oder Spielsachen in die Schlafkiste, ist eine typische Verhaltensweise.

Fütterung:

Frettchen sind Raubtiere und daher in erste Linie Fleischfresser, die auf einen sehr hohen Eiweißanteil in der Nahrung angewiesen sind. Gegenüber anderen Raubtieren weisen sie einige wichtige anatomische Eigenheiten des Verdauungstraktes auf, die bei der Ernährung berücksichtigt werden müssen. Im Verhältnis zur Körperlänge besitzen Frettchen einen äusserst kurzen Magen-Darm-Kanal. Ein Blinddarm fehlt. Die Verweildauer der Nahrung im Darm beträgt ungefähr drei Stunden, das ist wenig Zeit für eine gründliche Aufschliessung der Nahrungsbestandteile durch Verdauungsenzyme und bakterielle Prozesse. Daher benötigen Frettchen mehrmals am Tag nährstoffreiches, hochwertiges und leichtverdauliches Futter,

Der freilebende Iltis ernährt sich hauptsächlich von tierischer Beute. Dies entspricht einer sehr protein- und fettreichen, aber kohlehydratarmen Ernährungsweise. Fleischarm oder fleischlos ernährte Frettchen leiden schon nach kurzer Zeit unter Stoffwechselstörungen und Mangelerscheinungen, die sich u. a. in einem stumpfen Fell, kahlen Stellen und einem schlechten Allgemeinzustand äussern

Zur gesunden und artgerechten Fütterung gehört daher eine vielseitige und vor allem abwechslungsreiche Kost. Eine ausgewogene Futtermischung sollte zu mindestens 80% aus Fleisch und zu maximal 20% aus pflanzlichen Anteilen bestehen.

Folgende Mischung hat sich in der Praxis bewährt: 30% Fisch, 20% Geflügel, 15% Muskelfleisch, 10% Rinderlunge, 5% Rinderleber, 20% Getreideprodukte. Die Zutaten werden zerkleinert, vermischt und frisch oder aufgetaut verfüttert. Die tägliche Futterration (je nach Tiergrösse 70-200g) sollte mit einem Vitamin-Mineralien-Gemisch aufgewertet werden.

Als zusätzlichen Leckerbissen eignen sich u.a. Mäuse, Ratten, Eintagsküken, Tauben, Fische, Wildfleisch, Rindfleisch, Rinder- und Geflügelinnereien, Eigelb, Mehlwürmer, Heimchen, Weintrauben, Holunderbeeren, Walnüsse, Honigmelone, Salatgurke, Gemüsepaprika, Vollkornbrot mit etwas Butter, Joghurt, mit Honig gesüsster Quark, getrocknete Feigen und vieles mehr.

Der Handel bietet in der Zwischenzeit speziell auf die besonderen Ernährungsbedürfnisse des Frettchens abgestimmte Alleinfuttermittel (Nass- und Trockenfutter) an. Sie enthalten alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Der Vorteil des Trockenfutters liegt insbesondere darin, das es nicht so schnell verdirbt wie Nassfutter. Ergänzt werden sollten die Alleinfuttermittel mit Obst, Gemüse oder Frischfleisch (ca. 10-15% der Gesamtfuttermenge, gekocht).

Katzen- oder Hundefutter ist i. d. R. nicht für Frettchen geeignet, da es zu wenig Eiweiss enthält. Eine Ausnahme bildet Katzenfutter in Premiumqualität, es sollte aber nicht ausschliesslich verfüttert werden. Darüber hinaus dürfen nur Nassfuttersorten mit mehr als 60% Fleischanteil und keinerlei Zusätzen von Salz, Zucker oder Geschmacksverstärkern verfüttert werden.

Trinkwasser muss den Tieren ständig zur Verfügung stehen. Leitungswasser kann unbedenklich verwendet werden, nur sollte man es über Nacht abstehen lassen, damit eventuell enthaltenes Chlor entweichen kann.

Nicht für Frettchen geeignete Nahrungsmittel sind: Milch, Eier und Karpfenfische. Frettchen lieben zwar Milch und Milchprodukte, können den enthaltenen Milchzucker nicht verwerten und bekommen Durchfall. Das Eiklar roher Eier enthält  Avidin, welches das lebenswichtige Biotin zerstört. Eigelb dagegen kann unbedenklich verfüttert werden. Im Fleisch karpfenartiger Fische (die meisten Süsswasserfische) ist das Enzym Thiaminase enthalten, welches das Thiamin (Vitamin B1) spaltet und damit zerstört. Bei Fischfütterung sollte daher ca. 20-23mg Thiamin pro kg Futterfisch täglich vor der Fütterung verabreicht oder der Fisch durcherhitzt werden.

Auf Milch, Eier und Süsswasserfische sollte aus diesen Gründen verzichtet und statt dessen nur Eigelb und laktoreduzierte Katzenmilch angeboten werden. Auch menschliche Speisereste sind aufgrund der Gewürze verboten, ebenso nicht durchhitztes Schweinefleisch, das den Aujetzky-Virus enthalten kann, der für Frettchen tödlich ist.

Wenn man sich junge Frettchen anschafft, bietet man am besten eine möglichst breite Futterpalette an und wechselt öfter die Fertigfuttermarke.

Haltung:

Nachfolgend wird der Wortlaut der Checkliste zur Überprüfung der Frettchenhaltung im Zoofachhandel kurz zusammengefasst. Leider hält sich kaum ein Händler daran. Sollte hier vielleicht erwähnen das die Zoohandlung in der ich arbeite, aus den folgenden Gründen auf eine Vermarktung von Frettchen verzichtet.

Da Frettchen im Gegensatz zu den anderen bisher besprochenen Kleinsäugern Raubtiere sind, darf sich ihr Standort nicht in unmittelbarer Nähe der Vogel- und Kleinsäugeranlage befinden. Der Standort muss zudem zugfrei sein. Eine Belästigung der Tiere durch Kundschaft muss ebenfalls ausgeschlossen werden.

Frettchen zeigen einen sehr grossen Erkundungs- und Bewegungsdrang. Sinnvoll ist die Unterteilung in 3 Bereiche: Auslauf mit Fressplatz, Schlafbereich und Toilettenbereich. Diese Bereiche können horizontal oder auch in mehreren Ebenen angeordnet sein.

Der Auslauf muss so geschaffen sein, dass die Tiere nicht entweichen und Kunden nicht durch Hineingreifen die Tiere beunruhigen können. Rutschsichere Klettermöglichkeiten und Hängematten mit Stoffauspolsterungen werden ebenso gerne angenommen wie Pappkartons und Naturäste. Im Schlafbereich sollten mehrere Schlafhäuschen angeboten werden, die allseitig geschlossen und nur mit einem Einschlupfloch versehen sind. Als Auspolsterung eignen sich Tücher, die weich und gut zu reinigen sind (Baumwolltücher). Bei Frottiertüchern oder Wolle besteht Gefahr, dass die Frettchen mit den Krallen hängen bleiben.

Der Toilettenbereich wird am günstigsten mit einer Katzentoilette eingerichtet. Frettchen sind sehr saubere Tiere und verrichten ihr Geschäft immer an einer Stelle. Die Katzentoilette sollte in einer hinteren Ecke eingerichtet und mit handelsüblichen Katzeneinstreu gefüllt werden. Wegen der starken Geruchsentwicklung ist eine tägliche Reinigung notwendig.

Unter der Berücksichtigung der Dreiteilung von Frettchenkäfigen (Spiel- und Fressplatz/Schlafplatz/Toilette) sollten für 2 bist 4 Tiere mindestens 2m² Platz vorgesehen werden. Für jedes weitere Tier 0,5 m² Fläche. Die Käfighöhe darf 1 m nicht überschreiten. Zur vertikalen Gestaltung können Etagen mit Klettermöglichkeiten angeboten werden.

Die Käfige können aus Glas, Plexiglas, anderen ungiftigen Kunststoffen oder Hartholz (massiv, ohne giftige Substanzen) bestehen. Eine ausreichende Belüftung muss gewährleistet sein. Die Vergitterung aus rostfreiem Draht (Stärke 1-3 mm, Maschenweite 16-18 mm). Alle Materialien müssen glatt, abwaschbar sowie leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein.

Wasser muss in Trinkwasserqualität in Hängeflaschen oder standfesten offenen Gefässen ständig verfügbar sein. Trinkgefässe sind täglich zu reinigen und mit frischem Wasser zu befüllen. Wasser- und Futtergefässe sind so zu plazieren, dass sie nicht umgekippt und verunreinigt werden können. Die Futterreste sind mindestens einmal täglich zu beseitigen und die Gefässe gründlich zu reinigen.

Frettchen sind als dämmerungs- und nachtaktive Tiere gegenüber einem abrupten Beleuchtungswechsel sehr empfindlich. Es ist unbedingt ein Tag- Nacht-Rhytmus von mindestens 8 Stunden einzuhalten (auch an Sonn- und Feiertagen) und eine Rückzugsmöglichkeit (dunkler Schlafbereich) einzurichten.

Albinatische Tiere dürfen nicht direkter, greller Lichteinstrahlung ausgesetzt werden, da bei höherer Lichtintensivität mit pathologischen Retinaveränderungen und auch mit erhöhter Aktivität endokriner Organe gerechnet werden muss. Geeignet ist eine Lichtintensivität im Bereich von ca. 150 bis 400 Lux. Helle Punktstrahler wie z.B. Halogen- oder HQL- Lampen sind deshalb über dem Frettchenkäfig abzulehnen.

Bei der Haltung von Frettchen in Innenräumen sollte die Umgebungstemperatur unter 25 °C liegen. Bei hohen Temperaturen wird eine Bademöglichkeit gern angenommen. Aufgrund des hohen Sauerstoffbedarfs und zur Verhinderung von Wärmestaus muss die Haltungseinrichtung gut zu belüften sein. Dabei darf keine Zugluft entstehen. Üblicherweise werden Frettchen in Drahtkäfigen gehalten. Falls sie in geschlossenen Käfigen gehalten werden, ist darauf zu achten, dass mindestens Belüftungsflächen  und ca. 8 bis 10 cm Höhe der Vorderfront und am oberen Teil der Hinterwand vorhanden sind.

Haltung im Freien ist ebenfalls möglich, wenn ein geschützter Schlafplatz vorhanden ist und dauernde direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird.

Haltung:

Frettchen sind gesellige Tiere und sollten deshalb nur in Gemeinschaftshaltung gehalten werden. Zwei unkastrierte Rüden vertragen sich allerdings nicht, wenn man sie gemeinsam hält. Die ideale Lösung ist, ein kastriertes Paar zu halten. Zur Vergesellschaftung nicht geeignet sind Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Nager und Vögel, das sie ins Beuteschema der Frettchen passen. Eine gemeinsame Haltung mit Hund und Katze kann funktionieren, wenn die Tiere von klein auf aneinander gewöhnt werden.

Aufgrund ihres hohen Bewegungsdranges brauchen Frettchen sehr grosse und abwechslungsreich strukturierte Käfige und reichlich Auslauf. Spaziergänge mit einem entsprechenden Brustgeschirr und Leine sind aus tierschutzrechtlicher Sicht zu unterlassen.

Spaziergänge mit Frettchen:

Der Versuch, eine räumlich sehr begrenzte Haltung durch gelegentliches an der “Leine ausführen” ausgleichen zu wollen, ist unsinnig. “Freie Bewegung” für ein Frettchen im Brustgeschirr ist aus vielen Gründen illusorisch bzw. tierschutzwidrig:

  • Tiere sind der Willkür des Leinenhalters voll ausgesetzt.
  • Frettchen sind sehr neugierige und flinke Tiere. Ihr grosses Erkundungsbedürfnis einer für sie fremden Umwelt kann an der Leine nicht erfüllt werden.
  • Hohe Verletzungsgefahr durch Verhängen, sowie freilaufende Hunde oder Katzen.
  • Verstärkter Kontakt mit Krankheitserregern, u.a. mit Ektoparasiten.

Haltung im Haus:

Der Standort des Käfigs muss zugfrei und trocken sein und darf im Sommer nicht heisser als ca. 30°C werden, da das Frettchen sonst einen Hitzschlag erleiden kann.

Ein Käfig mit einer Mindestlänge von 2-3 m² reicht für zwei Frettchen aus, solange die Tiere täglich mehrere Stunden Freilauf bekommen. Die Fläche kann auf bis zu drei Etagen, mit einer Mindesthöhe von 60-80 cm je Stockwerk verteilt sein. Da der Zoofachhandel kaum Käfige, die sich für die Haltung von Frettchen eignen, anbietet, müssen sie i.d.R. selbst gebaut werden. Dafür eignet sich eine Holzkonstruktion mit Gehegedraht. Die Maschenweite sollte zwischen 15-20 mm liegen, eine Drahtstärke von mindestens 1 bis 3 mm genügt. Der Boden des Käfigs kann mit einem passenden wasserdichten PVC-Belag oder Fliesen ausgelegt werden. Die Ränder sollten zur besseren Reinigung hochgezogen werden.

Da freilebende Iltise unterirdische Baue bewohnen, benötigt auch das Frettchen eine Art Höhlenersatz in Form einer Schlafkiste. Die Schlafkiste sollte etwa die Maße 50 x 50 x 50 cm und ein Schlupfloch, mit einem Durchmesser von 7 - 8 cm, sowie einen aufklappbaren Deckel und eventuell seitlichen Belüftungsschlitzen haben. Als Nistmaterial können alte Tücher oder Kleidungsstücke Verwendung finden, allerdings kein Frotteestoff o. ä., der sich in den Krallen verharken kann. Das Material muss wöchentlich ausgetauscht und die Schlafhöhle täglich auf versteckte Nahrungsreste überprüft werden.

Die Einrichtung sollte Lauf- und Klettergelegenheiten wie Steine, Baumwurzeln, Äste und Grasnarben, Durchschlupfmöglichkeiten wie hohle Baumstämme, flexible Abzugsschläuche für Dunstabzugshauben oder Wasserrohre aus Kunststoff sowie Hängematten aufweisen. Mehrere Etagen sorgen für eine Vergrösserung der Fläche. Für jede Etage sollte man mindestens eine Länge von 120 cm und eine Breite bzw. Höhe von 60 - 80 cm einplanen Kratz- und Kletterbäume sind ebenso beliebt wie alle anderen Spielsachen, die rollen, knistern oder rascheln. Kletterelemente und sonstige Beschäftigungsgegenstände müssen ständig umgebaut werden, damit keine Langeweile aufkommt.

Frettchen sind sehr saubere Tiere und koten bzw. urinieren immer an denselben Stellen. Daher können sie leicht an eine Klokiste gewöhnt werden. Katzentoiletten eignen sich ausgezeichnet als Frettchenklosett. Als Einstreu kann handelsübliches Katzenstreu verwendet werden, aber auch Maiskolbenschnitzel, gehäckseltes Zeitungspapier und sonstiges geruchsbindendes Material wird problemlos angenommen. Die Klokiste muss täglich von Kot und Urin gereinigt werden. Für den Freilauf ist mindestens eine zusätzliche Kotschale anzubieten.

Zwei bis drei Futternäpfe aus Ton oder Steingut für Nassfutter, Trockenfutter und sonstiges Zusatzfutter bzw. Obst und Gemüse sowie ein Wassernapf oder besser eine Nippeltränke gehören ebenfalls zur Grundausstattung.

Der Käfig sowie die Futter- und Wasserbehälter sind täglich zu reinigen und die Kotkisten zu säubern.

Gefahren beim Freilauf:

Frettchen sind äusserst neugierige Tiere und lieben es, dunkle Verstecke auszukundschaften, Gefahrenquellen wie Heizkörper, Bügeleisen (Verbrennungen), Zimmerpflanzen, Zigaretten, Lacke (Vergiftungen), Tischdecken, Waschmaschinen, Wollfäden, Gummibänder, Balkon, Fenster, Kerzen, Feuerwerkskörper, Herdplatten, Chemikalien. Gummigegenstände, Elektrokabel und Steckdosen (Stromschläge), Plastiktüten oder -bezüge (Ersticken) sowie Schranktüren, Schubladen und Türen (Einklemmen) sind entsprechend zu sichern bzw. zu entfernen. Frettchen sollten darüber hinaus nie unbeaufsichtigt Freilauf erhalten.

Haltung im Freien:

Das Freigehege stellt die Idealform der Frettchenhaltung dar. Frettchen tolerieren Temperaturen von 0 -32°C ohne Probleme. Das Gehege muss schattige Plätze aufweisen und darf nicht vollständig der prallen Sonne ausgesetzt sein. Bei Temperaturen unter - 5°C muss die Nestbox beheizt werden.

Das Mindestmaß für die Grundfläche beträgt 6 m² und für die Höhe mindestens 60 cm. Als Schlafkiste dient eine feste Holzkiste mit den Maßen 50 x 50 x 50 cm und einem Schlupfloch von 7 - 8 cm Durchmesser mit abnehmbarem Deckel zur Reinigung und entsprechender Wärmedämmung. in die sich das Frettchen bei Gefahr und zum Schlafen zurückziehen kann. Neben einer guten Isolation schützt auch der Einbau eines Windfanges in die Schlafkiste vor der Kälte (Windfang -> Vorraum zum eigentlichen Schlafraum mit einem zum Schlupfloch versetzten Eingang). Die Maße der Schlafkiste müssen dann selbstverständlich etwas grösser gewählt werden. Besonders im Winter benötigen die Tiere viel wärmendes Nistmaterial. So werden von Frettchen gerne Baumwolltücher oder Stroh angenommen. Das Material muss wöchentlich ausgetauscht und die Schlafhöhle täglich auf versteckte Nahrungsreste überprüft werden.

Neben der Schlafkiste und dem Kotkistchen gehören Futternäpfe, Trinkbehälter. Spiel- und Klettermöglichkeiten zur Grundausstattung.

Das Gehege muss zum Schutz vor Greifvögeln ebenfalls vergittert werden. Da Frettchen gerne graben, muss die Gehegeumzäunung mindestens 50 cm tief in den Boden eingelassen werden.

Achtung!

Frettchen, die während des Winters im Freien gehalten werden, dürfen nicht für längere Zeit in beheizte Wohnungen gebracht werden. Das dichte Winterfell und die im Vergleich zu draussen relativ hohen Temperaturen können bei den Tieren schnell einen Hitzeschock auslösen.

Der Umgang mit den Tieren

Mit einer Hand unterstützt man das Tier und hält es gleichzeitig am Rücken fest. Tragen lässt sich das Frettchen auf einer Hand sitzend und den Körper mit der anderen Hand unterstützend.

Nicht handzahme Frettchen werden mit einer Hand auf Schulterhöhe umfasst. Dabei umschliessen Zeigefinger und Daumen den Hals oberhalb der Vorderbeine, die anderen Finger liegen hinter den Vorderbeinen. Mit der anderen Hand werden die Hinterbeine und der Schwanz fixiert. Hierbei sind immer Schutzhandschuhe zu tragen. Frettchen dürfen niemals am Schwanz gefasst und hochgehoben werden.

Fortpflanzung

Das Frettchen ranzt periodisch von Mitte Februar bis Ende September, wobei der Zyklus von der Lichtintensität und der Tageslänge gesteuert wird. Während der Ranz schwillt bei der Fähe die Scheide bis auf Kirschgrösse an. Ein klebriges Sekret aus der Scheide verteilt sich auf die gesamte Unterseite der Hintergliedmaßen, den Unterleib und die Schwanzgegend. Die Fähe rutscht auf dem Bauch über den Boden und bringt dabei Markierungen an. Wird das Tier nicht gedeckt, hält dieser Zustand 6 - 8 Wochen an. Dann geht die Schwellung zurück, nach einer Regenerationsphase wiederholt sich dieser Vorgang.

Bei ca. 30% aller Frettchenfähen bleibt die Regenerationsphase aus, man spricht dann von einer Dauerranz. Diese tritt bei einzeln gehaltenen Fähen fast immer auf. Die Dauerranz ist für die Tiere äusserst gefährlich. Zum einen wird durch die andauernde Schleimsekretion ein idealer Nährboden für Gebärmutterinfektionen geschaffen. Zum anderen schädigt die gleichbleibend hohe Konzentration weiblicher Geschlechtshormone das rote Rückenmark. Blutarmut ist dann die - oft tödliche - Folge. Die Dauerranz kann nur durch eine rechtzeitige Kastration oder Trächtigkeit vermieden werden.

Beim Rüden dauert die Ranzzeit von Mitte/Ende Januar bis Ende September. Zu erkennen ist sie an der allmählichen Vergrösserung der Hoden am Anfang und genauso an der allmählichen Verkleinerung am Ende. Der Rüde ist während der gesamten Ranzzeit zeugungsfähig. Das Tier ist während dieser Zeit unruhig sowie sehr markierungs- und lauffreudig.

Für die Paarung sind immer die Rüden zum Weibchen zu bringen, da in der Natur die Fähen von “herumzigeunernden” Rüden besucht werden. Der Rüde nähert sich muckernd und goggernd, verbeisst sich im Nackenfell der Fähe und schleift sie herum. Die Fähe verfällt dabei in eine Art Starre. Die Paarung (mit mehreren Deckakten) kann insgesamt mehrere Stunden andauern. Der Eisprung wird durch den Nackenbiss bei der Paarung ausgelöst. Die Befruchtung findet ca. 30 Stunden nach der Paarung satt

Die Tragezeit beträgt 40-45 Tage (im Durchschnitt 42). In dieser Zeit muss auf nährstoffreiche Ernährung mit Vitamin- und Mineralstoffgaben geachtet werden. Ein Wurf kann bis zu 16 Welpen gross sein. In der Regel werden aber 3 -7 Welpen geboren.

Die Welpen kommen mit einem Gewicht von 6 -12 g und einer Länge von 5-10 cm zur Welt. Sie sind zahnlos, blind, taub und nackt. Nach etwa fünf Tagen ist ihr Körper von einem feinen, weissgrauen Flaum bedeckt. Die Jungen werden 8-9 Wochen gesäugt. Ab dem 14. Tag beginnen die Milchzähne durchzubrechen. Mit 17 Tagen färben sich die Welpen um, die Backenzähne brechen durch und das Hörvermögen setzt ein, auch feste Nahrung wird ab der 3. Lebenswoche probiert. Ab dem 28. bis 30. Tag öffnen sich die Augen, oft nicht beidseitig, sondern zeitlich versetzt. Mit 35 Tagen sind die Analdrüsen funktionsfähig und das Milchgebiss ist vollständig. Zudem sind die Welpen weitgehend ausgefärbt. Ab dem 42. Tag beginnt das Erwachsenengebiss durchzubrechen und die Mutter stellt das Säugen allmählich ein. Mit 8, besser mit 10 Wochen können die Jungen abgegeben werden. Die Geschlechtsreife stellt sich im Alter von 9 Monaten ein.

Kastration bei Frettchen

Bei einer Kastration werden die Keimdrüsen operativ entfernt. Beim Frettchenrüden sind dies die Hoden, bei der Fähe die Eierstöcke. Neben der Vermeidung von ungewolltem Nachwuchs hat die Kastration noch weitere Vorteile. So werden keine Geschlechtshormone mehr produziert und Belästigungen durch natürliche Geschlechtsverhalten der Tiere, wie das verstärkte Einsetzen der Stinkdrüsen, fallen demzufolge weniger auf. Auch die für nichtkastrierte Fähen oft tödlich verlaufende Dauerranz wird durch eine Kastration vermieden.

Die Kastration hat weder für einen Rüden noch für eine Fähe negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden und kann ab einem Alter von etwa zehn Monaten durchgeführt werden. Bei der Dauerranz sollte man auf keinen Fall länger als 3 - 4 Wochen mit der Kastration warten.

Krankheiten und Vorbeugung

Frettchen sind von Natur aus robust und widerstandsfähig. Bei Anzeichen für Krankheiten wie Fressunlust, Gewichtsabnahme, Apathie, kahle Stellen im Fell, unregelmässiger Atmung, ständiges Kratzen, anhaltenden Verhaltensstörungen oder glanzlosen Augen ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Besonders gefährdet sind nichtkastrierte Fähen, bei denen eine oft tödlich verlaufende Dauerranz auftreten kann.

Das Fell ist regelmässig auf einen Befall mit Ektoparasiten zu kontrollieren. Neben regelmässiger Krallen- und Ohrenpflege sowie Zahnsteinentfernung gehören jährliche Impfungen gegen Staupe, Leptospirose, Hepatitis, Parvovirose und Tollwut (Fünffach-Impfung) zur Krankheitsprophylaxe.

Krallen kürzen sollte einem Tierarzt überlassen werden. Frettchenhalter können sich jedoch in fachgerechter Krallenbeschneidung durch einen Tierarzt unterweisen lassen und es dann selbst durchführen.

Alle drei Monate ist das Frettchen mit einem Spulwurm-Mittel zu entwurmen (Tierarzt). Kotproben sind mindestens zwei Mal pro Jahr vorzunehmen.

Frettchen können sich leicht mit den menschlichen Grippeerregern anstecken und ernsthaft erkranken. Dies muss beim Umgang mit den Tieren entsprechend berücksichtigt werden.

Zudem dürfen Frettchen auf keinen Fall mit Shampoos o.ä. gebadet werden (Entfettung des Fells).

Kritische Gedanken zur Haltung von Frettchen

Nach Überzeugung verschiedener Fachleute sind Frettchen generell nicht zur Heimtierhaltung geeignet. Dementsprechend sollten Frettchen in Zoogeschäften nicht zum Zwecke der Heimtierhaltung angeboten und in diesem Sinne erworben werden. Nach Auffassung der für den Tierschutz zuständigen Stellen gilt für Frettchen:

Gehege

 Grundfläche mindestens 6 m²

Besatz

1 Paar oder 2 abgesetzte Junge

Gehegeausstattung

Kein perforierter Boden; Schattenplatz, Witterungsschutz, Schlafhäuschen, Klettermöglichkeiten, Grabmöglichkeiten, Beschäftigungsmaterial, Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten.

Schlafhäuschen

Mindestens 50 x 50 x 50 cm, wärmeisoliert.

Kranke und verletzte Tiere sind umgehend einem Tierarzt vorzustellen! Eine korrekte Diagnose und Behandlung unter Anwendung wirksamer Arzneimitteln, kann nur durch einen Tierarzt erfolgen!

Buchempfehlungen:leeresleeres