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Guppy
Poecilia reticulata
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Vorkommen:
Ursprünglich nur im nördlichen Südamerika und auf den vorgelagerten Inseln. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts aber weltweit zur Mückenbekämpfung in tropischen und subtropischen Gebieten ausgesetzt, können sie heute als Kosmopoliten bezeichnet werden, die selbst in Australien vorkommen. Auch in wärmeren Gebieten Europas gibt es Guppys. Die Verbreitung wird vor allem durch die Temperatur begrenzt (>18°C). Guppys besiedeln alle Arten von Biotopen vom tropischen Schwarzwasser bis hin zum reinen Seewasser (dort jedoch nur selten), von stehend bis mässig fliessend.
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Wasserwerte:
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pH: 6,5 - 8;bis 30°dGH; Temp:20 - 26°C
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Beckengrösse:
Die Mindestbeckengrösse liegt bei 60 cm Kantenlänge
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Maximale Länge:
Zuchtform: Männchen 50 mm; Wildform: 30 mm
Zuchtform: Weibchen 60 mm; Wildform: 45 mm
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Geschlechtsunterschiede:
Neben dem Gonopodium zeigen die Männchen auch die verschiedensten Farben auf dem Körper, wogegen die Weibchen auf dem Körper so gut wie keine und auf den Flossen nur bei wenigen Zuchtformen Farben haben. Dafür haben sie im Bereich des Afters einen Trächtigkeitsfleck. Durch diesen grösseren dunklen Fleck kann man kurz vor dem Werfen oft schon die Augen der Jungtiere durchschimmern sehen.
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Verhalten:
Friedlicher Aquarienfisch, der sich gelegentlich aber an Jungfischen vergreifen kann. Die Männchen haben ein ausgeprägtes Balzverhalten, sind aber auch innerartlich kaum aggressiv und können problemlos zu mehreren gehalten werden.
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Zucht:
Einfach. Die Weibchen werfen durchschnittlich alle 28 Tage (dieser Zeitraum kann schwanken, abhängig nicht nur von der Temperatur und Futterangebot) bis zu 40, bei grossen Weibchen auch mehr Junge, die vollkommen fertig ausgebildet zur Welt kommen und sofort Futter brauchen. Sie verstecken sich in dichteren Pflanzenbeständen an der Wasseroberfläche, gut gefütterte Alttiere stellen ihnen aber wenig nach (hier gibt es allerdings Unterschiede zwischen verschiedenen Stämmen, die möglicherweise sogar genetisch bedingt sind). Das Wachstum ist zügig. Die jungen Männchen kann man nach drei bis vier Wochen am entstehenden Gonopodium und der ersten Färbung gut erkennen. Die Weibchen beginnen dann auch, den Trächtigkeitsfleck auszubilden. Die Männchen balzen die Weibchen nahezu dauernd an, wobei sich im Balzverhalten meist nur bestimmte Abläufe zeigen, die den Guppy auch zum interessanten Objekt für Verhaltensbeobachtung macht.
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Futter:
Guppys sind Allesfresser. Im Gegensatz zu vielen Behauptungen ist der Guppy ein schlechter Algenfresser und ist eher an tierischer Kost interessiert, Jungfische brauchen zum besseren Wachstum sehr eiweissreiche Kost, z. B. Artemia- Nauplien oder entkapselte Artemia- Eier. Keinesfalls sollte ausschliesslich Trockenfutter gereicht werden.
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Besonderheiten:
Durch die natürliche genetische Variabilität des Guppys ist es den Züchtern schon kurz nach der Ersteinfuhr gelungen, zahlreiche Zuchtformen zu erzeugen, die hier nicht alle unterschieden werden können. Die wichtigsten Grundfarben sind grau (=wildfarben) sowie blond (Ausfall des schwarzen Farbstoffs). Die Männchen können bei der Wildfarbe nahezu alle Farben des Regenbogens sowie Schwarz auf dem Körper vereinigen, während bei blonden Männchen praktisch nur noch Rottöne vorhanden sind. Die europäischen Guppyzüchter haben die Zuchtziele seit vielen Jahren im Internationalen Hochzuchtsstandard IHS festgelegt, der auch Grundlage der Europameisterschaft der Guppyzüchter ist und vom Internationalen Kuratorium Guppy-Hochzucht IKGH verwaltet wird. Dort werden nicht weniger als 12 Flossenformen verzeichnet, von denen nur wenige im Zoofachhandel erhältlich sind. Die häufigste Zuchtform ist der Triangelschwanz, bei dem die Schwanzflosse nicht länger als der Körper sein soll, damit das Männchen noch in der Lage ist zu schwimmen. Die Weibchen dieser Zuchtform sind besonders gross und zeigen ebenfalls farbige Flossen. Bei den Schwertflossern (Doppel-, Oben- und Unterschwert) sowie den Kurzflossern (Rund- und Spatenschwanz; genannt sind nur gelegentlich im Handel auftauchende Formen) sind die Weibchen meist ohne Flossenfärbung und - zumindestens bei der grauen Wildfarbe - von Wildguppyweibchen kaum zu unterscheiden. Zuchtziel der Guppyzüchter ist das Herauszüchten eines möglichst einheitlichen Stamms, bei dem sich alle Männchen stark ähneln.
Zahlreiche Zuchtformen sind mit besonderen Namen belegt, die meist der Handel eingeführt hat (in der Guppyzucht sind schematisierte Codebezeichnungen üblich). Moskauer Guppys sind am Vorderkörper blauschwarz, wenn sie sich wohl fühlen (Männchen). Bei den halbschwarzen Guppys bei den beiden Geschlechtern die hintere Körperhälfte schwarz gefärbt, die Schwanzflosse der Männchen ist meist einfarbig hell (gelb, weiss). Über die neusten Zuchtformen kann man sich in den zahlreichen Veröffentlichungen der Guppyvereinigungen, aktuellen Büchern und natürlich im Internet informieren.
Gelegentlich kommen auch Wildformen in den Handel. Diese haben immer die graue Grundfarbe, die Weibchen haben keine weiteren Farben, aber die Männchen sind ebenfalls bunt, wobei kein Männchen einem anderen genau ähnelt. Je nach Fangort kommt es auch zu typischen Unterschieden, etwa höheren Schwarz- und Rotanteilen. Kurzflossen- und Schwerttypen sind bereits in der Natur angelegt und durch Auslese entstanden, nur die Langflosser etwa 1945 in den USA durch Mutation. Eine besondere Form der Doppelschwerts ist der aus einem kleinen Bereich in Venezuela stammende Endler- Guppy, bei dem die Körperfarben Rot und Schwarz dominieren und der oben und unten ungleich lange, rote kurze Schwertansätze an der Schwanzflosse hat. Bislang konnten bei dieser ungewöhnlichen Wildform ausser der Färbung noch keine aussagekräftigen Unterschiede zu anderen Wildguppypopulationen gefunden werden.
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Vergesellschaftung:
Den Guppy kann man mit allen anderen friedlichen Fischen, die ihn nicht als Beute betrachten, problemlos vergesellschaften.
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