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Hausapotheke für Notfälle bei Vögeln

Heimvögel können sich genau wie ihre Besitzer bei einem Unfall verletzen oder plötzlich erkranken. Deshalb sollte die Hausapotheke eines Vogelhalters für solche Fälle entsprechend ausgestattet sein. Dieser Artikel nennt Ihnen die Dinge, die Sie stets parat haben sollten.

An Krankheiten und Unfälle denkt niemand gern. Dennoch sollte man diese leidigen Themen nicht einfach verdrängen. Ansonsten hat man vielleicht im Fall des Falles das für die Rettung des Vogels entscheidende Mittel oder Utensil nicht zur Hand. In manchen Situationen kann Ihr Handeln über Leben und Tod des Vogels entscheiden, denn es kommt leider gelegentlich vor, dass ein Vogel vor dem erforderlichen Gang zum Tierarzt ohne medizinische Erstversorgung sterben würde.

Suchen Sie sich Adresse, Sprechzeiten und Telefonnummer eines Tierarztes in Ihrer Nähe heraus und notieren Sie diese an einer Stelle, wo Sie sie auch in einer Notsituation, in der Sie vielleicht sehr aufgeregt sind, sofort finden. Ausserdem sollten Sie Anschrift und Telefonnummer einer Tierklinik mit nächtlichem Notdienst an jener Stelle hinterlegen. Schauen Sie sich zudem im Stadtplan an, wie Sie am schnellsten zum Arzt kommen, sofern Sie die Praxis nicht ohnehin schon kennen. Hat Ihr Vogel irgendwann einen Unfall, brauchen Sie keine wichtige Zeit damit zu vertrödeln, erst die Telefonnummer und dann noch den Weg im Stadtplan zu suchen.

In vielen Fällen ist nach Verletzungen erste Hilfe dringend erforderlich, damit Sie den Vogel überhaupt zum Tierarzt transportieren können. Starke Blutungen beispielsweise müssen Sie so schnell wie möglich stoppen, sonst verblutet der Vogel womöglich auf dem Weg zum Arzt. Zum
Stillen von Blutungen eignen sich in manchen Fällen Blutstillerstifte, die man normalerweise beim Menschen bei Schnittwunden nach der Nassrasur einsetzt. Besser sind jedoch spezielle Präparate aus der Apotheke, wie etwa Blutstillerwatte (z.B. Claudenwatte), die sich gut für Vögel eignet. Eine dritte Möglichkeit ist der Einsatz von Eisenchloridlösung, die Sie auf ein Tuch träufeln und dieses auf die Wunde pressen müssen. Auf kleine Wunden tragen Sie die Eisenchloridlösung am besten mit Hilfe eines Wattestäbchens auf. Die Blutstillerwatte können Sie nach demselben Prinzip einsetzen. Sie sollten sie dem Tier jedoch auf keinen Fall in den Schnabel bringen, wenn es zum Beispiel an der Zunge blutet, denn der Vogel könnte die Fasern verschlucken. Bei einer Verletzung der Zunge sollten sie wie oben beschrieben ein Wattestäbchen benutzen. Schwere Verletzungen muss sich auf alle Fälle ein Tierarzt anschauen, auch wenn Sie die Blutung selbst schnell gestoppt haben.


In Ihrer Notapotheke sollten Sie folgende Sachen bereithalten (bitte beachten Sie das Haltbarkeitsdatum!):

Hilfsmittel zum Einfangen: Je nachdem, ob Ihr Sittich zahm ist oder nicht, werden Sie eventuell einen Kescher oder einen Handschuh benötigen, um das kranke Tier einzufangen.

Kranken- und Transportkäfig:
Halten Sie einen kleinen Krankenkäfig und Näpfe für Futter und Wasser bereit. Diesen Käfig legen Sie bitte nur dann mit Sand oder Papier aus, wenn es für den Tierarzt nicht notwendig ist, den Kot des Vogels zu untersuchen. Bei einer Untersuchung auf eventuelle innere Parasiten muss der Kot unbedingt frei von Sand sein! Sollte Ihr Vogel hingegen einen Bruch haben, polstern Sie den Käfig am besten wie in oben genanntem Buch beschrieben mit weichen Tüchern aus.

Hat ein Vogel eine Verletzung oder eine Lähmung im Fuss wie das hier abgebildete Tier, muss man den Käfig auspolstern, in dem man ihn zum Tierarzt bringt. Ansonsten besteht weitere Verletzungsgefahr, da sich der Vogel nicht auf einer Stange halten kann.

Desinfektion einer Wunde: Sollten Sie eine verschmutzte Wunde bei Ihrem Tier entdecken, muss diese desinfiziert werden. Dafür eignet sich unter anderem Betaisodona.
 

Tees: Bei manchen Erkrankungen können Tees den Heilungsprozess unterstützen. Sie sollten immer etwas schwarzen Tee, Fencheltee sowie Kamillentee im Haus haben. Informationen zur genauen Dosierung wird Ihnen Ihr Tierarzt geben, wenn Sie ihn darauf ansprechen.

Absorbierende Mittel:
Um Giftstoffe im Körper zu binden oder Durchfall zu lindern, verabreicht man Vögeln Kohlepulver oder Heilerde. Letztere eignet sich besser, da sie nicht auch die Vitamine mit bindet, wie es das Kohlepulver tut.

Traubenzucker: In Stresssituationen versagt nicht nur uns Menschen der Kreislauf. Gerade kleine Vögel haben einen sehr schwachen Kreislauf, den Sie im Krankheitsfall mit einer Traubenzuckergabe unterstützen können.

Vitaminpräparat: Ein kranker Vogel braucht dringend Vitamine. Entweder lassen Sie sich ein Präparat von Ihrem Tierarzt mitgeben, oder Sie haben sowieso eines im Haus (beispielsweise Vitacombex). Diese Vitamintropfen bekommen Sie im gut sortierten Zoofachhandel.

Infrarotstrahler
Ist Ihr Vogel krank, benötigt er meist Wärme. Besonders gut eignen sich Infrarot-Dunkelstrahler. Einen solchen stellt man in etwa 40 cm Abstand vor den Käfig. Bitte achten Sie darauf, dass es nicht zu heiss für den Vogel wird und dass er sich an eine kühlere Stelle zurückziehen kann.

Bitte denken Sie stets daran, dass ein baldiger Arztbesuch im Notfall Ihrem Vogel das Leben retten kann.