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Hyazinthara

Hyazinthara

Anodorhynchus hyacinthinus

Vorkommen

Der Hyazinthara lebt hauptsächlich in Brasilien, im Landesinnern südlich des Amazonas, sowie Ostbolivien und den nördlichen Teilen Paraguays. Von einigen Autoren werden im wesentlichen drei grössere Populationen unterschieden:

  • eine im östlichen Amazonasgebiet im Bundesstaat Para
  • eine im Nordosten Brasiliens im Bundesstaat Minas Gerais
  • eine im Pantanal von Mato Grosso

Im Gebiet des Amazonas bevorzugen die Hyazintharas die halboffene Savanne und die palmenreichen Gebiete in unmittelbarer Nähe von tropischen Wäldern. In der Gerais-Region leben sie in den trockenen felsigen Cerrado-Gebieten, Galeriewäldern und Sumpfgebieten mit Maurita-Palmen-Beständen. Im Pantanal kommen sie in ausgedehnten laubabwerfenden Waldlandschaften sowie in offenen, palmenbewachsenen Feuchtgebieten vor.

Schutzstatus:

Anhang A.

Allgemeines:

Der Hyazinthara ist der grösste Papagei. Er kam erstmals 1867 nach Europa und 1880 nach Deutschland. Lange Zeit galten die Vögel als “Aushängeschild” für Wohlhabende und Vogelsammler. Nicht zuletzt durch die häufigen Importe, das Aushorsten von Jungvögeln und das Zerstören von Baumbeständen gehört der Hyazinthara zu den am meisten bedrohten Ara-Arten. Die Welterstnachzucht gelang 1968 in Japan.

Mit ihren grossen kräftigen Schnäbeln können Hyazintharas mühelos kleinere Eisenketten durchbeissen oder Fußringe zerstören. (Druck ~37 kg/m³).

Geschlechtsunterschiede:

Äussere Geschlechtsunterschiede sind nicht vorhanden. Die Jungvögel sind etwas schlanker, dunkler gefärbt, der Schwanz ist kürzer und unbefiederte gelbe Stellen sind etwas heller.

Lebenserwartung.

35-40 Jahre.

Klimatische Ansprüche:

Hyazintharas benötigen eine Temperatur die dauerhaft über 18°C liegen sollte und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Zugluft und plötzliche Temperaturwechsel sind zu vermeiden. Die Vögel müssen mindestens einmal, besser zweimal täglich mit Wasser besprüht werden. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Temperatur von mindestens 10°C vorhanden sein.

Sozialverhalten:

Hyazintharas leben in Paaren oder in kleinen Familiengruppen zwischen 6 und 12 Vögeln zusammen. Die Paare halten untereinander stets Kontakt.

Haltung:

Aras sind intelligente, neugierige und extrem bewegungsaktive Tiere. Sie dürfen nie einzeln, sondern nur paarweise gehalten werden. Die intelligenten Tiere brauchen, um nicht zu verkümmern, täglich mehrere Stunden Beschäftigung. Handaufgezogene und frühzeitig getrennt gehaltene Einzeltiere benötigen aussergewöhnlich viel Fürsorge von ihrem Pfleger (mehrere Stunden täglich) sonst verkümmern sie. Daher ist eine Einzelhaltung grundsätzlich abzulehnen.

Für die Haltung von Aras gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Untertags werden die Tiere auf einen Kletterbaum gehalten oder haben Freiflug. Die Nacht verbringen sie in ihrem Schlafkäfig.
  • Haltung in einer Zimmervoliere mit folgenden Mindestmaßen 400 x 200 x 200 cm (BxTxH) für max. zwei Tiere. Täglicher mehrstündiger Freiflug oder Haltung auf einem Kletterbaum vorausgesetzt. Die Voliere dient vorallem als Schlaf- und Rückzugsmöglichkeit
  • Optimal ist eine Außenvoliere mit einer Länge von 6-8 m, einer Breite von 2-3 m und einer Höhe von 2 m mit einem beheiztem Schutzraum (Mindesttemperatur 10°C, Grundfläche mindestens 2m²). Eine vielfältige Einrichtung ist unbedingt notwendig. Eine Beregnungsanlage ist zu empfehlen.

Die Ankettung auf einem Ständer, Bügel oder Kletterbaum ist nicht zulässig!

Aras sind starke Nager, daher kommen nur Gehege, Volieren und Käfige aus Ganzmetall in Frage. Die Drahtstärke muss mindestens 3mm betragen. Frische Naturäste und -zweige (Weide, Obstbäume, Buche, Birke etc.) müssen als Nagematerial ständig zur Verfügung stehen. Es muss entweder eine Bademöglichkeit vorhanden sein, oder die Vögel müssen regelmässig besprüht werden.

Ernährung:

Hyazintharas ernähren sich im Freiland hauptsächlich von sehr fetthaltigen Palmnüssen und benötigen daher auch einen höheren Fettgehalt des Futters. H.J. Kühne empfiehlt eine Körnermischung von 50% Sonnenblumenkernen, 10% Kardi, 10% Buchweizen, 10% Kiefersamen (gross), 10% Weizen und 10% Mais in der Ruhephase. Andere Autoren empfehlen ein Körnergemisch aus verschiedenen Hirsesorten, Glanz, Mais, Hafer, Weizen, Kardisaat und Sonnenblumenkernen. Dazu reichhaltig und abwechslungsreich Obst, Gemüse und Grünfutter. Nüsse - vor allem Palm- und Zirbelnüsse - nur als Leckerbissen. Tierisches Eiweiss sollte in geringen Mengen angeboten werden. Kalkgrit und frisches Trinkwasser müssen zur Verfügung stehen.

Zucht:

Hyazintharas sind Höhlenbrüter. Das Gelege besteht gewöhnlich aus 2-4 Eiern, die Brutdauer beträgt ca. 25 Tage. Die Jungtiere fliegen nach ca 105 Tagen aus und sind nach weiteren 4-6 Wochen selbständig.

Kranke und verletzte Tiere sind umgehend einem Tierarzt vorzustellen! Eine korrekte Diagnose und Behandlung unter Anwendung wirksamer Arzneimitteln, kann nur durch einen Tierarzt erfolgen!

Buchempfehlungen:

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