Banner1
amazon_de
Marion02

Chamäleons (Vorkommen, Besonderheiten, handelsrelevante Arten):

Systematik nach Klaver & Boehme (gültig für Europa, nicht jedoch für den amerikanischen Raum)

Reich: Tiere

Stamm: Wirbeltiere

Klasse: Reptilien

Ordnung: Schuppentiere

Zwischenordnung: Wurmzüngler (heute jedoch fraglich)

Unterordnung: Echsen

Familie: Chamaelonidae

Faszination:

Es gibt kaum eine Reptiliengruppe von der mehr Faszination ausgeht wie von den Chamäleons. Im Terrarium gelten sie jedoch als schwierig zu haltende Tiere, die hohe Ansprüche an die Pflege stellen und somit als heikel einzustufen sind.

Geschichte der Chamäleons:

Chamäleons gibt es schon seit 60 - 100 Millionen Jahren, durch die Anpassung an verschiedene Lebensräume hat sich eine grosse Artenvielfalt entwickelt. Jedoch ist die Systematik der Chamäleons bis heute noch nicht endgültig geklärt. Nach der Systematik von Klaver & Boehme, sind heute sechs Gattungen (Gattung Echte Chamäleons: Bradypodiuon, Calumma, Chamaeleo und Furcifer/ Gattung Zwerg- oder Erdchamäleons: Brookesia, Rhampholeon) in zwei Unterfamilien mit insgesamt 150 Arten und 180 Unterarten beschrieben.

Das Verbreitungsgebiet, der heutigen Chamäleons liegt überwiegend in Afrika und Madagaskar. Die Chamäleons besiedeln die unterschiedlichsten Klimagebiete und Biotope. Chamäleons besiedeln nicht nur Regenwälder und Oasen, sondern auch Wüsten und Buschsavannen, sie leben sowohl auf Bäumen als auch in den Ästen und Zweigen niedriger Büsche, oder auf dem Boden. Betont werden muss auch das die meisten Chamäleons absolute Einzelgänger sind.

Besonderheiten der Chamäleons:

Farbwechsel:

Chamäleons sind in der Lage ihre Farben zu wechseln. Die unterschiedlichen Färbungen zeigen vor allem den Gemütszustand des Tieres an. Sie dienen der Kommunikation und auch der Wärmeregulation (dunkle Flächen erwärmen sich schneller als helle). Weibliche Chamäleons zeigen ihre Paarungsbereitschaft oder eine bestehende Schwangerschaft an. Männliche Chamäleons zeigen durch Farbe Dominianz und Aggressionen an. Auch Krankheiten (Unterernährung, Wassermangel, Stress und Unwohlsein) führen zu farblichen Veränderungen der Tiere.

Zunge:

Sie besitzen eine lange, auswerfbare Zunge, die sie sehr geschickt zum Beutefang einsetzen können. In Bruchteilen einer Sekunde kann sie zielgenau auf ein Beutetier abgeschossen werden. Die Zunge ist dabei jedoch nicht mit einer klebrigen Masse überzogen, sondern funktioniert eher mittels Unterdrucks. Es gilt als bewiesen, dass die Treffgenauigkeit eines Chamäleons von Jungtieren erst erlernt werden muss und später stark von den Lichtverhältnissen und der körperlichen Verfassung der Tiere abhängig ist. Die meisten Chamäleonsarten jagen ihre Beute nicht aktiv, sondern lauern sie auf.

Augen:

Sie besitzen zwei von einander unabhängig bewegliche Augen. Die Augen treten weit aus den Augenhöhlen hervor und sind von den Lidern vollständig überwachsen. Nur in der Mitte bleibt ein Loch frei, durch das Licht einfallen kann. Ein Chamäleon kann mit jedem seiner Augen in eine andere Richtung schauen und sich dennoch ein räumliches Bild von seiner Umgebung machen. Chamäleons sehen 30x besser als der Mensch (fokussiebare Linse). Das Chamäleonauge bündelt kein Licht, sondern wirkt streuend (dadurch sieht er vielgenauer als wir).

Schwanz:

Viele baumbewohnende Chamäleons besitzen einen als Kletterhilfe einsetzbaren und einrollbaren Schwanz, er dient ihnen als fünfter Greifarm. bei den Erd- und Stummelschwanzchamäleons findet man diesen nur in kleiner Form. Im Gegensatz zu anderen Reptilien können Chamäleons ihren Schwanz bei Gefahr nicht abwerfen und ihn auch nicht regenerieren.

Zehen:

Die Zehen der Chamäleons sind miteinander verwachsen und zu einer Art Zange geformt und extrem beweglich. Mit diesen zangenartigen Zehen können sie wunderbar um jeden Ast greifen und finden sicheren Halt. Die Zehen und der Schwanz verfügen des weiteren an ihrer Innenseite über spezielle Haftschuppen.

 

Haltungsoptimierung:

Chamäleons müssen täglich versorgt werden. d. h. besprüht und ihr Terrarium gereinigt werden. Chamäleons benötigen tagsüber Ruhe, bei zu vielen Störungen reagieren sie mit Stress. Häufig vertragen sie auch höhere Temperaturen nicht, dies gilt vor allem für die Nacht (z.B. Jemenchamäleons: Temperatur tagsüber lokal 40°C, in der Nacht jedoch nur noch 20°C). Normal gebaute Terrarien sind für die Chamäleonhaltung ungeeignet, zum einen sind sie meist viel zu klein, zum anderen sind die Belüftungsflächen viel zu gering und Glas ist daher ein ungeeigneter Baustoff für eine Chamäleonbehausung.

Buchempfehlungen:

leeresleeresleeres