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Krebstiere-
Krabben, Krebse, Garnelen
Obwohl diese Wirbellosen den meisten Leuten eher als Delikatesse bekannt sind, lassen sich viele von ihnen auch im Aquarium halten. Die Zahl der Krustentiere im Süsswasser ist zwar deutlich kleiner als im Meer, in den letzten Jahren sind sie aber recht populär geworden. Die in Aquarien gehaltenen Krebse werden innerhalb der Krebstiere (Crustacea) zu den Zehnfußkrebsen (Decapoda) gezählt. Grob kann man die Krabben als relativ runde, mit oft kräftigen Scheren versehene Krustentiere mit seitlichem Gang bezeichnen, während Krebse einen kräftigen Vorderkörper, oft Zangen und ein starkes Vorderbeinpaar haben. Alle Krebstiere haben die charakterischen langen “Fühler” (zwei kleinere und ein grosse Antennenpaar). Bei den Garnelen unterscheidet man noch die Großarmgarnelen, die über relativ lange und kräftige Scheren verfügen.
Die Geschlechtsunterschiede sind bei vielen Garnelen und Krebsen schwer zu unterscheiden. Das zuverlässigste Merkmal sind die Gonopoden, zu Begattungswerkzeugen umgebildete Extremitäten; diese sind jedoch oft nicht gut sichtbar. Bei den Krebsen ist der “Schwanz”, das Pleon, bei den Weibchen oft deutlich breiter (weil sie die Eier darunter tragen müssen). Am ehesten kann man gerade bei den kleineren Garnelen die Weibchen erkennen, wenn sie Eier unter dem Hinterkörper tragen.
Die Kopulation kann einige Zeit dauern, das Männchen deponiert seine Spermienpakete beim Weibchen. Meist findet die Begattung Bauch zu Bauch satt. Bei der Entwicklung kann man zwei Typen unterscheiden. Beim einen entwickeln sich aus den relativ grossen Eiern noch auf dem Mutterleib kleine Garnelen, die dann sofort selbstständig leben können. Die Entwicklung dauert bei vielen Arten etwa einen Monat, natürlich auch abhängig von der Wassertemperatur. Der andere Typ ist im Aquarium nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand nachzüchtbar. Diese Krebstiere - meist Garnelen - wandern zum Ablaichen in Brack- oder Meerwasser. Ihre kleinen Eier bzw. Larven machen eine planktonische Phase durch, ehe sie gross genug sind, ins Süsswasser einwandern und dort Nahrung finden können. Die Eizahl kann bei diesen Wirbellosen bei weit über 100 000 liegen. Die Erwachsenen können trotzdem weit vom Meer leben und sind reine Süßwasserarten.
Alle Decapoda haben ein hartes Außenskelett (Schale). Um zu wachsen, müssen sie ein neues bilden. Bei der Häutung schlüpfen sie aus der alten Schale und haben zuerst eine sehr weiche neue “Haut”, die sich dann etwas vergrössern kann. Der frisch gehäutete Krebs ist etwas grösser als der “alte”, aber in den ersten Tagen noch weich und daher anfälliger für Fressfeinde. Die alte “Haut” oder Exuvie bleibt dann liegen und Zerfällt langsam, unerfahrene Pfleger meinen manchmal, das Krebstier wäre verstorben.
Mit ihren Stielaugen können die Zehnfußkrebse relativ gut sehen. Da es sich aber um Facettenaugen mit bis zu 30 000 Einzelaugen handelt, ist die Wahrnehmung sicher eine sehr viel andere als bei uns und eher mit Insekten zu vergleichen.
Die Nahrung der meisten Garnelen ist vielfältig, sie verschmähen auch tierische Nahrung nicht. Nur wenige für das Aquarium größenmäßig geeignete Arten sind echte Räuber. Die meisten sind mit der normalen Aquarienfutterpalette gut zu ernähren.
Aufgrund der zahlreichen, einander in den Pflegeansprüchen aber ähnlichen Arten werden hier nur einige exemplarisch behandelt.
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