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Marion02

Piranha

Roter Piranha

Pygocentrus nattereri

Vorkommen

In allen grösseren Flüssen und Seen Südamerikas, bevorzugt langsam bis mässig fliessendes oder stehendes Wasser.

Wasserwerte:

pH-Wert  6-7; bis 10°dGH, 24 - 28°C.

Maximale Länge:

37 cm bei einem maximalen Gewicht von gut 3kg.

Geschlechtsunterschiede:

Die Männchen sind im Kehlbereich kräftig rot gefärbt, die Weichen eher gelblich.

Verhalten:

Entgegen vielen Horrorgeschichten ein lediglich innerartlich aggressiver, in ausreichend grossen Aquarien relativ friedlicher Fisch, der sich an sehr kleinen Fischen wie kleinen Salmlern und zu grossen Fischen wie Harnischwelsen nicht vergreift. Auch ähnlich aussehende, friedliche Arten werden oft nicht beachtet.

Zucht

In ausreichend grossen Aquarien nicht schwierig. Die mindestens 18 cm grossen Fische laichen meist spontan paarweise ab. Pro Weibchen können über 1000 Eier abgelegt werden. Die Jungen schlüpfen nach wenigen Tagen und schwimmen nach etwa 1 Woche frei. Nach weiteren 3-4 Tagen können sie problemlos mit Artemia- Nauplien, danach mit Frostfutter gefüttert werden. Sie wachsen sehr schnell heran. Am ersten Tag wird das Gelege noch von beiden Partnern bewacht, dann übernimmt das Weibchen die alleinige Brutpflege. In dieser zeit reagiert es aggressiv auf Störungen. Die Eier können mit einem Schlauch abgesaugt werden. Im Aquarium werden nur wenige Jungfische gross.

Aquarium:

So gross wie nur möglich. 2,00 m Kantenlänge sollten das Minimum sein. Ansonsten kommt es auch immer wieder zu innerartlichen Auseinandersetzungen, bei denen meist ein Tier auf der Strecke bleibt. Eine Bepflanzung ist nur mit robusten Pflanzen möglich, dagegen sollte mit Holz und Steinen einige Unterstände geschaffen werden, die gerne angenommen werden.

Nahrung:

Grössere Insekten, Fisch- und Muschelfleisch, auch Säugerfleisch (Rinderherz), das von diesen Fischen besser vertragen wird als von den meisten anderen Fischen. Mit ihren messerscharfen Zähnen greifen sie die beute und lösen dann durch Körperdrehen und Zubeissen gross Stücke heraus. Unbekanntes Futter wird erst nach sorgfältiger Prüfung angenommen, so kann es durchaus sein, dass als Futter gereichte lebende Fische oft auch wochenlang mit den Piranhas schwimmen.

Besonderheiten:

Gegenüber Menschen wird diese Art nur gefährlich, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen. Mit ihrem messerscharfen Gebiss und den Sägeschuppen an der Brust können sie dann jedoch grössere Wunden schlagen. In der Natur sind sie nur in ausgetrockneten Gewässern (Paniksituation) eine Gefahr. Ansonsten sind alle Berichte mehr als stark übertrieben, die Zahl der Personen, die in Südamerika tatsächlich durch Piranhas starben, dürfte an einer Hand abzuzählen sein. Auch im Piranhaaquarium kann man problemlos mit der Hand hantieren, wenn die Piranhas sich dadurch nicht in die Enge getrieben fühlen.

Vergesellschaftung:

Schwierig, nur mit sehr viel kleineren oder robusten Fischen wie einigen Harnischwelsen möglich und auch nur in grossen Aquarien.

Ähnliche Arten:

Neben den weiteren Piranha- Arten gibt es auch Vertreter verwandter Gattungen, die zwar äusserlich den Piranha ähnlich, jedoch überwiegend Pflanzenfresser sind (etwa Myleus und Metynnis). Auch die bis zu 100 cm gross werdenden Pacus, Colossoma macropomum - die sich in der Natur überwiegend von ins Wasser gefallenen Früchten ernähren - , gehören als Jungtiere dazu.

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