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Schwertträger

Schwertträger

Xiphophorus helleri

Vorkommen

Mittelamerika, von Mexiko bis Guatemala und Belize in Fließgewässern und grossen Seen.

Wasserwerte:

pH-Wert 7-8; bis 25°dGH, 22 -26°C.

Maximale Länge:

 Männchen 10 cm (ohne Schwert), Weibchen 12 cm.

Geschlechtsunterschiede:

Männchen mit Gonopodium und farbigen Verlängerung der unteren Schwanzflossenstrahlen (Schwert). Weibchen deutlich rundlicher. Bei dieser Art treten häufig Frühmännchen auf. Diese sind schlanker, entwickelt ihr Gonopodium recht schnell und werden auch nicht so gross wie Spätmännchen, die lange wie Weibchen aussehen und erst spät ihr Gonopodium und Schwert ausbilden. Im Handel finden sich meist Frühmännchen (da sie schneller vermarktbar sind), in der Natur meist Spätmännchen, die auch kräftiger und grösser sind.

Eine noch ungeklärte Frage ist die einer gelegentlich auftauchenden Geschlechtsumkehr. in einigen wenigen Zuchtformstämmen können aus Weibchen, die bereits geworfen haben, funktionstüchtige Männchen werden.

Verhalten:

Männchen innerartlich sehr aggressiv. Werden nur zwei oder drei Männchen zusammen gehalten, wird nur eines übrig bleiben. In grösseren Gruppen bildet sich ein Alpha- Männchen heraus, das auch die Schwertentwicklung der anderen Schwertträgermännchen unterdrücken kann. Nimmt man dieses Männchen heraus, bildet sich schnell ein Männchen mit ebenfalls schönem Schwert als neues Alpha- Männchen heraus.

Zucht

Relativ einfach. Die Männchen haben ein sehr auffälliges Balzverhalten und schwimmen dabei sichelförmig vor dem Weibchen hin und her (Sicheltanz). Die Weibchen werfen nach durchschnittlich vier Wochen bis zu 200 Junge (bei sehr grossen Weibchen). Diese sind sofort selbstständig. Gut gefütterte Elternteile stellen ihren Jungen kaum nach.

Aquarium:

Mindestens 100 cm Kantenlänge, besser mehr, sonst kann das Männchen seine Balz nicht richtig ausführen.

Nahrung:

Allesfresser; nur mit Trockenfutter wird man keine Grossen und schönen Schwertträger erhalten.

Besonderheiten:

Durch Kreuzungen von Schwertträgern und Platys (s.U.) entstanden schon früh die roten Schwertträger, später dann auch Schwarze und als eine Besonderheit auch Rote Albinos (also Schwertträger mit roten Augen, aber nicht fleischfarbenem, sondern satt roten Körper). Inzwischen gibt es zahlreiche Zuchtformen. Besonders zu erwähnen ist die Berliner Kreuzung, bei der sich schwarze Flecken mit Guaninglanz auf dem ansonsten rotem Körper befinden. Sind die schwarzen Pigmente zu dicht, also die Flecken zu gross, kommt es häufig zu Tumoren (“Farbkrebs”, “Melanomkrebs”), die dann letztendlich zum Tode führen. Mit solchen Fischen darf nicht weitergezüchtet werden, sondern es müssen kleinfleckig gescheckte Exemplare genommen werden.

In letzter Zeit wurden Schwertträger mit Zeichnungen, die an die Koizuchtformen Kohaku und Showa erinnern, als Koischwertträger in den Handel gebracht.

Bei den Lyrazuchtformen sind die ersten bzw. äusseren Flossenstrahlen stark verlängert, auch das Gonopodium der Männchen. Diese Männchen können nicht befruchten. Da dieser Erbgang - wie alle mit grösseren Flossen - dominant ist, kann jedoch ein normalflossiges Männchen mit einem langflossigen Weibchen gekreuzt werden, wobei statistisch gesehen 50% Langflosser in der Nachzucht auftreten. Schwertträger mit zu starkem Flossenwachstum (Schleierflosser) sind eindeutig im Schwimmverhalten behindert und gehören zu den unerwünschten Zuchtformen.

Vergesellschaftung:

Trotz der innerartlichen Aggressivität sind Schwertträger gegenüber anderen Fischen sehr friedlich und mit nahezu allen anderen Fischarten, die ihnen nicht zusetzen, zu vergesellschaften.

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